Back to vinyl – zurück zu Schallplatte und Plattenspieler

Obwohl heute die Musik per Streaming direkt aus dem Netz kommt, erlebt der Plattenspieler in den letzten Jahren eine sonderbare Renaissance. Zusammen mit seinem Vorläufer, dem Grammophon regierte der Plattenspieler, als beherrschendes Medium nahezu das gesamte 20. Jahrhundert. Gemessen an der Geschwindigkeit, in der die Entwicklung heute fortschreitet, eine unvorstellbar lange Zeit.

Besonderheiten 😉

  • Plattenspieler haben Stil & Flair
  • du bist nah an der Technik
  • schöne warme Klangqualität
  • immer mehr Musikmaterial, erscheint bzw. erscheint wieder auf Platte!

Emil Berliner – Erfinder von Schallplatte und Plattenspieler

 Erfinder des Plattenspielers! 

Die Ehre den Plattenspieler erfunden zu haben, kommt wohl dem 1870 in die USA ausgewanderten Deutschen Emil Berliner zu. Zwar war es der berühmte Erfinder Thomas Alva Edison, dem es

1878 mit seinem so genannten Phonographen als erstem gelang die menschliche Stimme einzufangen und wiederzugeben, doch als eigentlicher Entwickler des heutigen Schallplattenspielers und vor allem der dazugehörigen Schallplatte gilt Berliner. Vor allem zur Zeit des Ersten Weltkrieges setzte sich das Grammophon gegen den Phonographen durch.

Ab 1920 gab es elektrisch angetriebene Plattenteller und zu dieser Zeit wurde auch der Begriff Plattenspieler etabliert.

Vinyl macht Stereo-Sound möglich

Nachdem sich bis 1957 die leicht zerbrechlichen Schelllackplatten drehten, kam mit der Erfindung des Vinyl – einem flexibleren und leichterem Material – der große Umschwung und das eigentlich goldene Zeitalter der Schallplatten und Plattenspieler begann. Mit dem neuen Material konnte auch die Qualität der Wiedergabe deutlich verbessert werden.

Zum ersten Mal war es möglich in derselben Rille eine zweite Spur zu pressen und so eine Wiedergabe in Stereo zu erhalten.
In den 70er Jahren beendete erst die Kassette (Compact Cassette) und später die CD (Compact Disc) die Dominanz des Plattenspielers. Heute erlebt er sein Comeback.

Vinyl ermöglichte kurzgesagt:

  • Stereosound & mehr Soundqualität
  • Herstellung leichterer Schallplatten

Zwei Konstruktionseinheiten – Abspielgerät und Tonabnehmer

Genauso, wie seine vielen Vorläufer bestehen auch die heutigen Modelle des Plattenspielers aus zwei grundlegenden Konstruktionseinheiten.
Das ist auf der einen Seite

  • das Abspielgerät mit Motor,
  • und Plattenteller

und auf der anderen Seite

  • der Abtaster,
  • bestehend aus Tonarm und Tonabnehmer-System.

Merke!

Jeder heute erhältliche Plattenspieler kann mit
33 (Langspielplatten, LP) und 45 (für Singles und Maxi-Singles)
Umdrehungen pro Minute immer mindestens diese zwei Geschwindigkeiten abspielen.

33 Umdrehungen
45 Umdrehungen

Djs bevorzugen starre Konstruktionen und größeres Gewicht

Ganz allgemein lassen sich Plattenspieler in zwei unterschiedliche Bauarten unterteilen.

Bei den einen Modellen hängt das Antriebsaggregat oder der Abtaster federnd im Hauptgehäuse. Damit soll das Gerät von Schwingungen und Stößen von außen entkoppelt werden.

Bei der zweiten Bauform wird auf diese freie Aufhängung verzichtet und Entkopplung, durch elastische Füße und andere Dämpfungen ermöglicht. Diese Modellen haben meist ein deutlich höheres Gewicht.

Die gefederte Aufhängung begeistert Hi-Fi-Enthusiasten Zuhause, während sich für DJ´s nur die zweite, starre Konstruktion eignet. Interessant könnte auch der Unterschied im Schliff der Abnehmer-Nadel sein. Hier wird zwischen dem elliptischen und dem sphärischen Schliff unterschieden. Ersterer erfasst mehr Töne, ist etwas lauter und deckt ein größeres Frequenzspektrum ab. Allerdings wird mit dieser Nadel die Schallplatte stärker belastet. Der sphärische Schliff ist dagegen besonders bei DJs beliebt, da er die Platten deutlich weniger beansprucht.

Komfort vs träge Automatik

Bei Plattenspielern gibt es die manuelle, halbautomatische und vollautomatische Version. Beim manuellen Plattenspieler muss alles von Hand gemacht werden. Tonarm auflegen und am Plattenende wieder abheben. Dasselbe gilt für halbautomatische Plattenspieler, die allerdings das Ende einer Platte erkennen und den Tonarm automatisch zurückführen. Der vollautomatische Plattenspieler übernimmt hingegen alles: Von Anfang bis zum Ende der Schallplatte wir der Tonarm automatisch bewegt. Trotz dieses Komforts bevorzugen viele einen manuellen oder halbautomatischen Plattenspieler, da sich dieser einfach direkter und schneller bedienen lässt und nicht auf eine träge Automatik gewartet werden muß.

Ohne Verstärker kein Ton

Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass eine Plattenspieler, ohne Zusatzgeräte keinen wirklich hörbaren Ton von sich gibt. Dazu ist die Verbindung zu Phono-Vorverstärkern und daran angeschlossene Lautsprecher notwendig. In der Vergangenheit waren nahezu alle Receiver (Verstärker) mit einem Phono-Eingang ausgestattet. Heute gilt das allerdings nur noch bei sehr hochwertigen Modellen. Darauf sollte beim Kauf geachtet werden, da sich kein Plattenspieler direkt an die Lautsprecherboxen anschliessen lässt.

Plattenspieler

 

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